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Aufgrund seines geringen Gewichts und seiner hervorragenden, wasserabweisendem Wirkung erreicht dieser Dämmstoff ein sehr geringes Setzmaß. Fasrige Dämmstoffe mit hohem Eigengewicht und mehr Wasseraufnahme können im Hohlraum stärker absacken. Genau deshalb setzen wir bei Fassadenkontor bei den meisten zweischaligen Außenwänden auf EPS 033.
Welcher Einblasdämmstoff ist der beste? Diese Frage lässt sich nicht pauschal für jedes Gebäude und jedes Bauteil beantworten. Mineralwolle, Zellulose, Perlite, Einblasschaum und EPS-Dämmgranulat besitzen unterschiedliche Eigenschaften und damit jeweils eigene Vor- und Nachteile.
Bei Dachschrägen oder Holzbalkendecken kann beispielsweise Zellulose, Holzfasern oder Hanffaser eine ausgezeichnete Lösung sein. Mineralische Dämmstoffe haben wiederum einen eindeutigen Vorteil beim Brandverhalten. Geht es jedoch um die nachträgliche Einblasdämmung eines zweischaligen Mauerwerks, bevorzugen wir bei Fassadenkontor in den allermeisten Fällen loses EPS-Dämmgranulat. Der Grund dafür ist nicht eine einzelne Eigenschaft, sondern die Kombination aus Feuchtigkeitsbeständigkeit, guter Wärmeleitfähigkeit, Rieselfähigkeit, Setzungssicherheit und Rückbaubarkeit.
EPS, Mineralwolle, Zellulose und Perlite im Vergleich
Nicht jeder Dämmstoff eignet sich für jedes Bauteil. Die folgende Übersicht bezieht sich deshalb insbesondere auf die nachträgliche Kerndämmung von zweischaligem Mauerwerk.
| Eigenschaft | EPS 033 | Mineralwolle/Glaswolle | Zellulose | Perlite |
|---|---|---|---|---|
| Dämmwirkung bei geringer Schichtstärke | sehr gut | sehr gut | gut | produktabhängig |
| Geringe Feuchteaufnahme | sehr gut | produktabhängig sehr gut | geringer als EPS | gut |
| Rieselfähigkeit | sehr gut | geringer bzw. faserig | gering | sehr gut |
| Schmale Hohlschichten | sehr gut geeignet | gut geeignet | nicht für jede Kerndämmung geeignet | gut |
| Rückbaubarkeit | bei losem EPS sehr gut | grundsätzlich möglich | grundsätzlich möglich | möglich |
| Brandschutz | Klasse E / normalentflammbar beim hier betrachteten EPS 033 | A1 bei geeigneten Produkten möglich | produktabhängig | häufig sehr gut |
| Wärmeleitfähigkeit | 0,033 W/(m·K) beim hier betrachteten EPS 033 | produktabhängig | produktabhängig | produktabhängig |
| Geeignet für Dachschrägen | möglich, aber nicht unsere bevorzugte Lösung | gut | sehr gut | eher unüblich |
| Austrittsrisiko an offenen Anschlüssen | wegen Rieselfähigkeit beachten | geringer | geringer | ebenfalls zu beachten |
| Absaugbar | sehr gut bei loser Verarbeitung | aufwendiger | aufwendiger | möglich |
Die Tabelle zeigt aus unserer Sicht sehr deutlich, warum es den „besten Einblasdämmstoff“ nicht für jedes Bauteil geben kann.
Für eine Dachschräge würden wir andere Kriterien ansetzen als für eine zweischalige Klinkerfassade.
Was ist EPS-Dämmgranulat überhaupt?
EPS steht für expandiertes Polystyrol. Das Ausgangsmaterial wird aufgeschäumt, sodass sehr leichte Partikel entstehen, die zu einem großen Teil aus eingeschlossener Luft bestehen. Gerade diese eingeschlossene Luft sorgt für die gute Wärmedämmwirkung. Das von uns verwendete EPS 033 wird als loses Granulat mit einer professionellen Einblasmaschine in die Hohlschicht eines zweischaligen Mauerwerks eingebracht.
Die bauaufsichtliche Zulassung des Deutschen Instituts für Bautechnik für Supearl 033 sieht ausdrücklich die vollständige Ausfüllung des Hohlraums eines zweischaligen Mauerwerks vor. Das Granulat besitzt dabei eine Korngröße von etwa 1 bis 6,3 Millimetern.
Diese geringe Partikelgröße ist für uns einer der entscheidenden Vorteile des Materials.
1. Großer Vorteil von EPS: die geringe Feuchteaufnahme
Eine Außenwand ist ein Bauteil, das ständig den unterschiedlichsten Witterungseinflüssen ausgesetzt ist. Regen, Wind, Temperaturunterschiede und Wasserdampfdiffusion gehören zum normalen Alltag einer Fassade. Gerade bei zweischaligem Mauerwerk stellt sich deshalb eine wichtige Frage:
Wie reagiert der Dämmstoff, wenn innerhalb der Konstruktion Feuchtigkeit (Tauwasser) auftritt?
Hier besitzt EPS einen erheblichen Vorteil. Das Material nimmt nur sehr wenig Feuchtigkeit auf und gilt als stark wasserabweisend. Auch die aktuelle bauaufsichtliche Zulassung des von uns eingesetzten EPS 033 enthält hierzu einen konkreten Prüfwert. Bei 23 °C und 80 Prozent relativer Luftfeuchtigkeit darf die Feuchteaufnahme unter den dort definierten Prüfbedingungen maximal 1 Masse-% betragen. Aufgrund dieser wasserabweisenden Eigenschaften ist laut Zulassung nicht einmal eine Feuchteschutzberechnung vor einer Dämmung im zweischaligen Mauerwerk erforderlich. Das ist für eine Kerndämmung eine interessante Eigenschaft.
Wasserabweisend bedeutet nicht wasserdicht
Dieser Unterschied ist wichtig – EPS ist kein Abdichtungsmaterial. Eine beschädigte Klinkerfassade, offene Fugen, defekte Fensteranschlüsse oder andere konstruktive Probleme können nicht dadurch repariert werden, dass Dämmstoff in die Hohlschicht eingeblasen wird. Vor einer Kerndämmung muss deshalb geprüft werden, ob die Außenwand grundsätzlich für die Maßnahme geeignet ist. Die geringe Feuchteaufnahme des EPS ist für uns trotzdem einer der wichtigsten Gründe, warum wir diesen Einblasdämmstoff für zweischalige Außenwände bevorzugen.
2. EPS gelangt auch in sehr schmale Bereiche des Mauerwerks
Die zweite große Stärke ist gleichzeitig eine der auffälligsten Eigenschaften des Materials:
EPS-Dämmgranulat ist extrem rieselfähig.
Wer sich eine zweischalige Außenwand im Querschnitt als vollkommen gleichmäßigen Hohlraum vorstellt, liegt häufig daneben. In einem 40, 50 oder 60 Jahre alten Mauerwerk finden wir in der Praxis beispielsweise Mörtelreste, Maueranker, Versätze, unterschiedliche Wandabstände und andere Hindernisse. Hier zeigt die kleine Körnung des EPS ihre Stärke. Das Granulat wird mit Luftdruck in den vorhandenen Hohlraum eingebracht. Aufgrund seiner geringen Partikelgröße kann es sich um Hindernisse herum verteilen und auch Bereiche erreichen, die mit Matten oder Dämmplatten überhaupt nicht zugänglich wären.
Das Deutsche Institut für Bautechnik beschreibt für Supearl 033 ausdrücklich die vollständige Ausfüllung des Hohlraums als vorgesehene Anwendung. Natürlich ist dafür eine fachgerechte Verarbeitung entscheidend. Bohrlochraster, Einblasdruck, Materialmenge und die Erfahrung des Monteurs spielen eine wesentliche Rolle. Der Dämmstoff allein kann eine schlechte Verarbeitung nicht ausgleichen.

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3. Gerade bei schmalen Hohlschichten ist EPS interessant
Viele Häuser mit zweischaligem Mauerwerk besitzen nur eine relativ schmale Luftschicht. Wenn beispielsweise nur 4 oder 6 Zentimeter zur Verfügung stehen, sollte diese begrenzte Dämmstoffstärke möglichst effizient genutzt werden. Hier ist EPS 033 interessant, weil der Bemessungswert der Wärmeleitfähigkeit bei λ = 0,033 W/(m·K) liegt. Je kleiner die Wärmeleitfähigkeit eines Dämmstoffes ist, desto besser ist grundsätzlich seine Dämmwirkung bei gleicher Materialstärke.
Das bedeutet nicht, dass aus einer 4 Zentimeter breiten Hohlschicht plötzlich ein Passivhaus wird. Aber gerade bei einem Altbau sollte der vorhandene Hohlraum energetisch möglichst effizient genutzt werden. Die Kombination aus kleiner Körnung und guter Wärmeleitfähigkeit ist daher ein wesentlicher Vorteil von EPS als Einblasdämmstoff.
4. Die Rieselfähigkeit von EPS ist gleichzeitig ein Nachteil
Ein seriöser Vergleich sollte auch diesen Punkt offen ansprechen. Genau die Rieselfähigkeit, die EPS innerhalb der Hohlschicht so interessant macht, kann bei vorhandenen Undichtigkeiten zum Problem werden. Befinden sich beispielsweise am Dachanschluss, an Rollladen- beziehungsweise Jalousiekästen oder an anderen Anschlüssen offene Bereiche, kann das Granulat dort austreten. Das ist kein Grund, auf EPS zu verzichten, es bedeutet aber, dass der ausführende Fachbetrieb wissen muss, worauf er achten muss.
So lösen wir das in der Praxis
Bei Fassadenkontor kontrollieren wir kritische Anschlüsse vor beziehungsweise während der Ausführung. Stellen wir fest, dass EPS beispielsweise am Dachanschluss oder im Bereich eines Jalousiekastens austreten könnte, sperren wir diese Bereiche mit geeigneter Mineralfaser ab. Die Mineralfaser bildet dort eine Barriere. Das EPS kann anschließend den restlichen Hohlraum ausfüllen, ohne an dieser Stelle herauszurieseln.
Ein rieselfähiger Dämmstoff ist hervorragend, wenn er dort bleibt, wo er hingehört. Doch was, wenn doch einmal Fenster oder Türen getauscht werden müssen? Hier zeigt sich ein weiterer Vorteil des EPS-Dämmgranulats, es kann durch heißen Wasserdampf nachträglich und lokal um die zu tauschenden Bauteile verfestigt werden. In unserem Video zeigen wir den Prozess genauer:
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5. Ein für uns besonders wichtiger Vorteil: EPS kann wieder abgesaugt werden
Was geschieht eigentlich mit einer Dämmung, wenn in 10, 20 oder 30 Jahren am Gebäude etwas verändert werden soll? Diese Frage wird bei der Auswahl eines Dämmstoffes erstaunlich selten gestellt. Lose eingebrachtes EPS-Dämmgranulat besitzt hier einen für uns erheblichen Vorteil:
Es kann mit geeigneter Technik wieder aus dem Hohlraum abgesaugt werden.
Das ist beispielsweise bei umfangreichen Sanierungsarbeiten oder einem späteren Rückbau interessant. Für uns gehört die Rückbaubarkeit deshalb durchaus zur Nachhaltigkeitsbetrachtung eines Dämmstoffes. Ein Dämmmaterial sollte nicht nur effizient eingebaut werden können. Idealerweise sollte man auch darüber nachdenken, wie es eines Tages wieder aus einer Konstruktion entfernt werden kann.
6. Warum wir bewusst kein verklebtes EPS-Dämmgranulat verwenden
EPS-Dämmgranulat kann je nach Dämmsystem auch unter Zugabe eines Klebe- oder Bindemittels verarbeitet werden. Wir haben uns bei Fassadenkontor bewusst dafür entschieden, loses und nicht verklebtes EPS-Dämmgranulat zu verwenden. Dafür gibt es für uns zwei wesentliche Gründe.
- möglichst wenige zusätzliche Stoffe und Klebstoffkomponenten in den vorhandenen Wandaufbau einbringen
- Rückbaubarkeit der Dämmmaßnahme
Ein loses Granulat lässt sich wesentlich einfacher wieder aus einer Konstruktion entfernen und voneinander trennen als ein Material, dessen einzelne Partikel durch ein Bindemittel miteinander verbunden wurden. Dabei möchten wir ausdrücklich nicht behaupten, dass bauaufsichtlich zugelassene Klebesysteme pauschal gesundheitsschädlich oder „giftig“ seien. Eine solche Aussage müsste für das jeweilige Produkt anhand seiner konkreten Inhaltsstoffe und Prüfungen bewertet werden.
Unsere Philosophie ist wesentlich einfacher: Wenn wir die gewünschte Dämmwirkung mit einem losen, zugelassenen Dämmstoff erreichen können, möchten wir nach Möglichkeit auf ein zusätzliches Bindemittel verzichten.
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7. Wie setzungssicher ist EPS-Dämmgranulat?
Bei losen Dämmstoffen wird häufig gefragt, ob sich das Material im Laufe der Jahre nach unten setzen kann und dadurch oben ungedämmte Bereiche entstehen. Auch hier lohnt sich der Blick auf die technischen Anforderungen. Für das von uns verwendete EPS 033 begrenzt die bauaufsichtliche Zulassung das Setzmaß im entsprechenden Prüfverfahren auf maximal 5 Prozent.
Entscheidend ist auch hier die fachgerechte Verarbeitung. Materialmenge, Verdichtung und Einblastechnik müssen zusammenpassen.
Bei korrekt ausgeführter Kerndämmung ist EPS deshalb ein sehr setzungssicherer Einblasdämmstoff, daher empfinden wir es als absolut wichtig, den Dämmstoff mit hochwertigen, leider damit auch teuren Maschinen, einzublasen. Die durchlaufende Materialmenge und auch der Druck, mit dem der Dämmstoff einge geblasen wird, muss sich verstellen lassen und der Monteur muss über die entsprechende Erfahrung verfügen, damit der Dämmstoff möglichst Setzung sicher eingebracht wird. Einige günstige Einblasdämmung, genug Druck um den Dämmstoff gerade bei hohen Gebäuden gut verdichtet einzublasen.
8. EPS oder Mineralwolle – welcher Einblasdämmstoff ist besser?
Mineralische Einblasdämmstoffe besitzen einen Vorteil, den man nicht kleinreden sollte:
Beim Brandschutz können geeignete Glas- oder Steinwolleprodukte EPS deutlich überlegen sein.
Es gibt mineralische Einblasdämmstoffe der Baustoffklasse A1, die als nichtbrennbar eingestuft werden. Das von uns eingesetzte EPS 033 ist dagegen nach seiner aktuellen bauaufsichtlichen Zulassung normalentflammbar, Euroklasse E. Wer also ausschließlich das Brandverhalten des einzelnen Dämmstoffes betrachtet, findet bei einer geeigneten Mineralwolle die bessere Klassifizierung. Bei einer Kerndämmung muss allerdings zusätzlich betrachtet werden, wo sich der Dämmstoff befindet: nämlich geschützt innerhalb des zweischaligen Mauerwerks zwischen mineralischen Wandschalen.
Trotzdem sollte man fachlich sauber bleiben: EPS ist brennbar. Mineralwolle kann nichtbrennbar sein.
Für uns ist das kein Grund, die anderen Eigenschaften eines Dämmstoffes außer Acht zu lassen. Bei einer Kerndämmung betrachten wir deshalb immer die gesamte Kombination aus Brandschutz, Feuchteverhalten, Wärmeleitfähigkeit, Verarbeitbarkeit, Hohlraumsituation und Rückbaubarkeit.
Genau zu diesem Thema informiert unser folgendes Video, hier erklären wir, warum nicht nur die Baustoffklasse eines einzelnen Materials, sondern auch die tatsächliche Einbausituation und der komplette Wandaufbau betrachtet werden müssen.
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9. Wie sicher ist EPS bei einem Hausbrand?
Beim Vergleich von EPS mit Mineralwolle wird häufig zuerst der Brandschutz angesprochen. Hier sollte man offen unterscheiden: EPS ist ein brennbarer Dämmstoff, während geeignete Mineralwolle-Dämmstoffe nichtbrennbar sein können und beispielsweise die höchste Euroklasse A1 erreichen. Das von uns für die Kerndämmung eingesetzte EPS 033 ist nach DIN EN 13501-1 der Euroklasse E und damit als normalentflammbar eingestuft. Seine bauaufsichtliche Zulassung erlaubt die Verwendung ausdrücklich dort, wo für den Dämmstoff die Anforderung „normalentflammbar“ besteht.
Warum EPS bei Ein- und kleineren Mehrfamilienhäusern eingesetzt werden kann
Bei Gebäuden der Gebäudeklassen 1 bis 3 – hierzu gehören insbesondere typische Ein- und Zweifamilienhäuser sowie viele kleinere Mehrfamilienhäuser – gelten für Außenwandkonstruktionen geringere brandschutztechnische Anforderungen als bei größeren Gebäuden. Deshalb kann bei einer dafür geeigneten und zugelassenen zweischaligen Außenwand auch ein normalentflammbarer EPS-Kerndämmstoff eingesetzt werden. Mit zunehmender Gebäudehöhe und Gebäudeklasse steigen dagegen die Anforderungen an den Brandschutz. Bei Gebäuden der Klassen 4 und 5 sowie insbesondere bei Sonderbauten muss deshalb individuell geprüft werden, welche Baustoffklasse erforderlich ist. Bei Hochhäusern gelten nochmals deutlich strengere Anforderungen. Dort werden für Dämmstoffe von Außenwandkonstruktionen grundsätzlich nichtbrennbare Baustoffe verlangt. Hier kommen daher beispielsweise mineralische Einblasdämmstoffe infrage.
| Gebäudeart | Brandschutz bei der Kerndämmung – vereinfacht |
|---|---|
| Einfamilienhaus | EPS bei geeigneter Konstruktion und Zulassung grundsätzlich möglich |
| Zweifamilienhaus | EPS bei geeigneter Konstruktion und Zulassung grundsätzlich möglich |
| Kleinere Mehrfamilienhäuser / Gebäudeklasse 3 | EPS kann grundsätzlich möglich sein |
| Gebäudeklasse 4 und 5 | Strengere Anforderungen – objektbezogen prüfen |
| Hochhäuser über 22 m | Grundsätzlich deutlich höhere Anforderungen, in der Außenwand werden regelmäßig nichtbrennbare Dämmstoffe verlangt |
| Sonderbauten | Brandschutzkonzept und jeweilige Sonderbauvorschriften beachten |
Wichtig: Diese Tabelle ist bewusst vereinfacht. Entscheidend sind immer die Gebäudeklasse, die konkrete Außenwandkonstruktion, das jeweilige Landesbaurecht und gegebenenfalls das Brandschutzkonzept.
EPS liegt geschützt zwischen zwei Mauerschalen
Bei der Bewertung des Brandverhaltens sollte außerdem berücksichtigt werden, wie der Dämmstoff eingebaut wird. Bei einer Kerndämmung liegt das EPS nicht offen an der Fassade oder frei im Wohnraum. Das Granulat befindet sich vollständig im Hohlraum zwischen der inneren und der äußeren Mauerschale. Beide Mauerschalen bestehen normalerweise aus mineralischen, nichtbrennbaren Baustoffen wie Ziegel, Kalksandstein oder Klinker. Dadurch ist das EPS im normalen Wandbereich sowohl gegenüber einem Brand im Gebäude als auch gegenüber einer äußeren Brandbeanspruchung gegen unmittelbare Flammeneinwirkung weitgehend abgeschirmt.
Das ist ein wesentlicher Unterschied zu einem offen liegenden brennbaren Dämmstoff: Erst bei einer entsprechend starken und länger andauernden Brandbeanspruchung oder wenn Feuer beziehungsweise sehr hohe Temperaturen über Öffnungen, beschädigte Bauteile oder andere Schwachstellen in den Wandaufbau gelangen, kann auch der Dämmstoff innerhalb der Hohlschicht thermisch beansprucht werden.
Trotzdem gilt:
EPS wird dadurch nicht zu einem nichtbrennbaren Dämmstoff. Das Material bleibt brandschutztechnisch ein normalentflammbarer Baustoff. Bei der Beurteilung des tatsächlichen Brandrisikos muss jedoch immer der komplette Wandaufbau betrachtet werden – und bei der Kerndämmung liegt das EPS geschützt zwischen zwei mineralischen Mauerschalen.
Wann verwenden wir einen nichtbrennbaren Einblasdämmstoff?
Wenn aufgrund der Gebäudeklasse, Gebäudehöhe, Nutzung oder eines Brandschutzkonzeptes höhere Anforderungen bestehen, kann statt EPS beispielsweise ein nichtbrennbarer mineralischer Einblasdämmstoff der Euroklasse A1 verwendet werden.
Mineralwolle besitzt beim reinen Brandverhalten damit einen klaren Vorteil gegenüber EPS.
Bei typischen Ein- und Zweifamilienhäusern betrachten wir dagegen zusätzlich andere wichtige Eigenschaften wie Feuchteverhalten, Wärmeleitfähigkeit, Rieselfähigkeit und spätere Rückbaubarkeit. Genau hier bietet EPS 033 bei der Kerndämmung zweischaliger Außenwände aus unserer Sicht eine sehr interessante Kombination von Eigenschaften.
EPS-Dämmgranulat im schnellen Überblick
| Eigenschaft | Vorteil bei der Kerndämmung |
|---|---|
| Wasserabweisend | Sehr geringe Feuchteaufnahme |
| Wärmeleitfähigkeit EPS 033 | Sehr gute Dämmleistung bei geringer Hohlschichtstärke |
| Kleine Körnung | Erreicht auch schmale und verwinkelte Bereiche |
| Rieselfähig | Sehr gute Verteilung innerhalb des Hohlmauerwerks |
| Lose Verarbeitung | Material kann später wieder abgesaugt werden |
| Geringes Gewicht | Nur geringe zusätzliche Belastung der Konstruktion |
| Setzungssicher | Bei fachgerechter Verarbeitung dauerhaft stabil |
| Kleine Einblasöffnungen | Bestehende Klinker- oder Putzfassade bleibt weitgehend erhalten |
| Schnelle Verarbeitung | Viele Einfamilienhäuser können innerhalb eines Arbeitstages gedämmt werden |
Die Nachteile von EPS-Dämmgranulat
Auch EPS hat Nachteile.
EPS ist ein Kunststoff und wird überwiegend aus fossilen Rohstoffen hergestellt. Beim Brandverhalten schneiden geeignete mineralische Dämmstoffe besser ab. Die gesamte Ökobilanz zeigt aber, dass die circa 150 kg EPS Dämmstoff, die zur Dämmung eines Einfamilienhäuser im Schnitt benötigt werden über die Jahre ein Vielfaches an fossiler Energie zum heizen des Gebäudes einsparen. Die hohe Rieselfähigkeit macht außerdem eine sorgfältige Kontrolle vorhandener Öffnungen notwendig. Und bei einem späteren Fenstertausch oder einem größeren Mauerdurchbruch muss berücksichtigt werden, dass loses Granulat aus einer geöffneten Hohlschicht herausrieseln kann.
Genau diese Nachteile sollte ein Fachbetrieb kennen und bei Planung und Ausführung berücksichtigen. Wir halten wenig davon, einen Dämmstoff als perfekt darzustellen. Entscheidend ist vielmehr die Frage:
Welcher Dämmstoff hat für das konkrete Bauteil die Eigenschaften, die wir dort benötigen?
Warum wir EPS bei zweischaligem Mauerwerk bevorzugen
Wenn wir alle Eigenschaften gemeinsam betrachten, ergibt sich für uns bei vielen zweischaligen Außenwänden ein sehr klares Bild. EPS 033 verbindet eine sehr gute Wärmeleitfähigkeit mit geringer Feuchteaufnahme, hervorragender Rieselfähigkeit und guter Rückbaubarkeit. Das Material kann aufgrund seiner geringen Korngröße auch schwierige Bereiche einer Hohlschicht erreichen und eignet sich damit besonders gut für bestehendes zweischaliges Mauerwerk. Hinzu kommt, dass für die Einblasdämmung lediglich kleine Öffnungen in der Fassade notwendig sind. Nach Abschluss der Arbeiten werden diese wieder verschlossen. Die bestehende Klinkerfassade kann erhalten bleiben und bei vielen Einfamilienhäusern ist die Kerndämmung innerhalb eines einzigen Arbeitstages ausgeführt.
Unser Fazit zu den Vorteilen von EPS als Einblasdämmstoff
Wir halten EPS-Dämmgranulat nicht deshalb für einen guten Einblasdämmstoff, weil es in jeder Disziplin besser wäre als alle Alternativen. Das ist es nicht. Mineralwolle hat beispielsweise beim Brandschutz einen klaren Vorteil. Zellulose ist für andere Bauteile wie Dachschrägen hervorragend geeignet. Für die nachträgliche Kerndämmung eines zweischaligen Mauerwerks bietet EPS 033 aus unserer Sicht jedoch eine besonders überzeugende Kombination von Eigenschaften.
Vor allem vier Punkte sind für uns entscheidend:
- geringe Feuchteaufnahme
- sehr gute Dämmleistung
- hervorragende Verteilung im Hohlraum
- die Möglichkeit, das lose Material später wieder abzusaugen
Gerade die Rückbaubarkeit ist auch der Grund, warum wir bewusst auf verklebtes EPS verzichten. Der wichtigste Punkt bleibt jedoch die fachgerechte Planung: Bevor ein Dämmstoff eingeblasen wird, sollte zunächst geklärt werden, wie das Mauerwerk aufgebaut ist, wie breit die Hohlschicht ist und ob offene Anschlüsse oder andere Besonderheiten vorhanden sind. Denn die Qualität einer Einblasdämmung entscheidet sich nicht erst an der Einblasmaschine. Sie beginnt mit der richtigen Untersuchung des Gebäudes und der richtigen Wahl des Dämmstoffes.
Häufige Fragen zu EPS-Dämmgranulat
Welche Vorteile hat EPS als Einblasdämmstoff?
EPS besitzt eine sehr gute Wärmedämmwirkung, nimmt nur wenig Feuchtigkeit auf, ist sehr rieselfähig und kann dadurch auch schmale und verwinkelte Bereiche eines Hohlmauerwerks erreichen. Lose verarbeitetes EPS kann zudem später wieder abgesaugt werden.
Ist EPS-Dämmgranulat wasserabweisend?
Ja. EPS besitzt eine geringe Feuchteaufnahme und ist stark wasserabweisend. Es ist allerdings kein Abdichtungsmaterial. Schäden oder Undichtigkeiten an einer Fassade müssen deshalb unabhängig von der Dämmung instandgesetzt werden.
Kann EPS-Dämmgranulat wieder entfernt werden?
Lose und unverklebt eingebautes EPS kann mit geeigneter Technik wieder aus einer Hohlschicht abgesaugt werden. Diese Rückbaubarkeit ist einer der Gründe, warum wir bei Fassadenkontor loses EPS verwenden.
Warum verwendet Fassadenkontor kein verklebtes EPS?
Wir möchten einerseits zusätzliche Klebstoff- beziehungsweise Bindemittelkomponenten vermeiden und andererseits die Rückbaubarkeit des Dämmstoffes erhalten. Deshalb bevorzugen wir loses EPS-Dämmgranulat.
Kann EPS aus der Fassade herausrieseln?
Ja, wenn innerhalb des Wandaufbaus offene Bereiche vorhanden sind. Kritische Stellen können beispielsweise Dachanschlüsse oder Jalousie- und Rollladenkästen sein. In der Praxis sperren wir solche Bereiche bei Bedarf mit geeigneter Mineralfaser ab, bevor der Hohlraum vollständig mit EPS verfüllt wird.
Ist Mineralwolle beim Brandschutz besser als EPS?
Geeignete mineralische Einblasdämmstoffe können als nichtbrennbar der Klasse A1 eingestuft sein und haben damit beim Brandverhalten des reinen Dämmstoffes einen klaren Vorteil gegenüber EPS 033. Das von uns verwendete EPS 033 ist normalentflammbar und der Euroklasse E zugeordnet.
Kann EPS eine Hohlschicht lückenlos ausfüllen?
EPS besitzt aufgrund seiner kleinen Korngröße und hohen Rieselfähigkeit sehr gute Voraussetzungen für eine vollständige Verfüllung. Voraussetzung dafür sind eine geeignete Konstruktion sowie das richtige Bohrlochraster und eine fachgerechte Einblastechnik.
Ist EPS oder Zellulose besser?
Das hängt vom Bauteil ab. Für Dachschrägen und verschiedene Deckenkonstruktionen setzen wir gerne Zellulose ein. Bei der nachträglichen Kerndämmung von zweischaligem Mauerwerk bevorzugen wir häufig EPS 033.
Du möchtest wissen, ob EPS für dein Haus geeignet ist?
Ob eine Kerndämmung sinnvoll ist und welcher Einblasdämmstoff verwendet werden sollte, hängt von deinem individuellen Wandaufbau ab.
Sende uns einfach einige Angaben und – wenn vorhanden – Fotos deines Hauses. Wir prüfen die Gegebenheiten und können dir anschließend einschätzen, welche Dämmung für dein Gebäude sinnvoll ist.
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